Hundebloghaus

Seelenhunde – gibt es sie wirklich?

Daniela1 comment

Viele Texte existieren zum Seelenhund…und doch habe ich noch keinen einzigen gelesen, mit dem ich übereingestimmt hätte in den Aussagen.
Vielleicht ist das für einen Seelenhund aber auch nicht passend.
Meist heißt es nämlich in den anderen Texten:

Jeder Hund kann ein Seelenhund sein.

…und das glaube ich eben nicht!
MEIN Seelenhund wird nur einmal in meinem Leben für mich existieren.
Eventuell hab ich eines Tages tatsächlich nochmal dieses unfassbare Glück einem von diesen seltenen Geschöpfen zu begegnen, aber falls nicht, ist das nicht schlimm, denn ich hatte ja ihn: FLYNN

Seelenhund

Flynn – mein Seelenhund

Am Freitag den 4.11.2016 starb er um 15.31 Uhr am Nachmittag in meinen Armen und ich habe lange gebraucht um diesen großen Schmerz des Verlustes zu verkraften.
Doch nicht nur ich ging darüber fast kaputt, nein auch dieser Blog, denn meine Trauer hatte mir wenig Motivation übrig gelassen hier etwas zu schreiben. Flynn war ein Teil hiervon und er wird es ein Stück weit immer sein und erst langsam komme ich wieder dazu mehr zu veröffentlichen, denn er fehlt mir noch immer schrecklich, auch wenn mir mittlerweile die Erinnerung eine große Stütze ist.

Was machte ihn so speziell ?

In Familien gilt es als großes Tabu, wenn man ein Kind lieber hat, als ein anderes.
Das ist in der Hundeszene mit dem Trend zur Mehrhundehaltung oftmals nicht viel anders.
Dabei ist das ganz normal und nichts schlimmes.
Meinen York, oder auch Watson und Finlay liebe ich nicht weniger…nur eben auf einer ganz, ganz anderen Ebene.
Nicht jeder Hund hat das Potential für einen Seelenhund.
Das hört sich erstmal sehr absolut an und für manchen bestimmt auch sehr traurig, aber in meiner Definition ist das so.
Wer einmal einen Seelenhund hatte mit dem die Kommunikation jenseits der Norm mit Kommandos, Körpersprache und alltäglichem ablief, der kann das vielleicht nachvollziehen. Alle anderen nicht.

Die Verbindung von Flynn und mir war fast schon magisch und ist ganz schwer zu erklären ohne dass ich mich wie ´ne Esotante anhöre, aber ich werde es dennoch mal versuchen, denn sie war von klein auf bei ihm und mir vorhanden, seit ich ihn das erste Mal sah und seit er mich das erste Mal sah.

War es vielleicht seine Herkunft?

Oft frage ich mich, ob es mit seiner Züchterin zu tun hatte, die ein so herzenswarmer Mensch war, dass diese Liebe mit Sicherheit auf ihn abgestrahlt hat. Sein Wesen war so einnehmend und egal wen wir getroffen haben, er eroberte im Sturm alle Herzen.

Ro ist eine so liebevolle Frau und ich denke Flynn hat viel von ihr an Prägung mitbekommen für sein Wesen und seine Spiritualität.

Oder eine Spiegelung vom Mensch auf den Hund?

Flynn hatte vom Charakter her viele Ähnlichkeiten mit mir, wenn man diesen Mensch-Tier-Vergleich überhaupt nutzen kann.
Ich habe in seinem Wesen Dinge entdeckt, die nicht nur meine Art bei ihm wiedergespiegelt hat, sondern auch seine Art hat sich in Eigenheiten von mir wiedergefunden. Das ist etwas ganz, ganz besonderes…
So etwas schweißt auf eine ganz spezielle Weise zusammen.
Meist findet die Spiegelung bei Hund und Mensch nur in eine Richtung statt und der Hund zeigt mit seinem Verhalten Dinge an, die uns unterbewusst bewegen.

Doch bei ihm und bei mir funktionierte das in beide Richtungen und das schafft, meiner Meinung nach, nur ein Seelenhund, dass man so etwas wahrnimmt.

Wir wuchsen über die Jahre immer enger zusammen und auch die Kommunikation beschränkte sich auf immer kleinere Details, denn jeder von uns wusste, was der andere gerade tut oder möchte und das hört sich wahrscheinlich völlig verrückt an, wenn man das so liest, aber genauso war es mit ihm und mit mir.
…und dann war da ja noch zusätzlich die Liebe, die man für so einen unglaublichen Hund hegt.

Diese tiefe Verbundenheit, kann ich leider unmöglich in Worte fassen, selbst wenn ich wollte…und selbst wenn ich wollte, könnte ich es nicht, denn der Schmerz über den Verlust ist selbst nach einem Jahr noch so unfassbar groß, dass ich kaum darüber rede.
Ich hatte so viele schöne Momente, Erlebnisse und Ereignisse mit ihm…doch nicht nur ich.

Watson und mein Seelenhund

Doch nicht nur ich habe einen Seelenhund verloren, ich denke auch Watson hing sehr an ihm.
Einen Tag nach Flynns Tod, postete ich das unten stehende Bild von Watson auf Instagram.
Es ist ein klassisches Instagram-Photo mit seinen Farben und der Großaufnahme, für mich ist es einfach nur unfassbar traurig, denn es enthält noch so viel mehr.


Mir schießen jedes Mal die Tränen in die Augen, wenn ich das Bild sehe, denn es zeigt Watson in Trauer bzw. wie er sich gerade vom Tag ausruht. Er hat so unfassbar viel geschlafen…
Es war für ihn schwer, weil es für mich so schwer war und weil ein Verlust ein Verlust ist.
Er hing ebenfalls sehr an Flynn…und auch wenn es wissenschaftliche Studien dazu gibt, die erklären dass es an der neuen Ressourcenverfügbarkeit liegt und der Überforderung mit Privilegien (hab´ich damals tatsächlich zur Ablenkung verschlungen), glaube ich wirklich, dass er tief in Trauer war.

Viele Kommentare erreichten mich, über den Blog, meine Social-Media-Kanäle und das hat mir damals sehr geholfen in der Situation. Lieben Dank nochmal dafür.

Es war verdammt schwer diesen Blog am Laufen zu halten, denn an allen Ecken und Enden wird man ja an seinen Seelenhund erinnert. Also wurde es hier ziemlich ruhig über Monate.

Heute für diesen Beitrag nahm ich überhaupt das erste Mal wieder die alten Photospeicherkarten zur Hand. Daran war das erste Jahr überhaupt nicht zu denken.
Dabei fand ich auch dieses Bild hier.
Flynn war so ein unfassbar weiser und souveräner Ersthund, der Watson viel mit auf den Weg gegeben hat.

Seelenhund

Mein Seelenhund – das Mysterium

Man könnte einen Seelenhund sicherlich auch objektiv versuchen zu ergründen und natürlich habe ich das probiert, aber es ist so schön das auch mal nicht zu tun und die Subjektivität „gewinnen“ zu lassen, denn mein Seelenhund ist nunmal MEIN Seelenhund und jeder wird darunter etwas anderes verstehen und ich glaube das sollte auch so sein.

Die Verbindung die ich zu Flynn hatte, war so unfassbar speziell und einzigartig, dass ich überhaupt nicht den Anspruch hege, ich könnte das Jemals jemandem erklären. Aber eine meiner Lieblingsbands hat eventuell dafür sehr treffende Worte gefunden:

Ich könnte 100 Dinge aufzählen, die ich an dir mag
und hätte trotzdem noch überhaupt gar nichts gesagt.
KRAFTKLUB

Flynn hat mir soviel an Erinnerung mit auf den Weg gegeben, dass das unsichtbare Band, bis zum Rest meiner Tage halten wird. Er wird für immer mein Ein-und-Alles bleiben, auch wenn er die Ebene erstmal gewechselt hat und für mich wird die Frage: Seelenhunde – gibt es sie wirklich?
Ganz klar mit einem „Ja“ beantwortet.

Seelenhund

Danke an miDoggy für die Initiierung der Blog-Parade: Seelenhunde – gibt es sie wirklich? (sonst hätte ich mich wahrscheinlich nie dazu aufgerafft diesen Beitrag zwischern Rotz und Wasser zu schreiben).
Falls Jemand von Euch noch mehr Beiträge zum Thema „Seelenhund“ lesen möchte, der schaut mal bei Julia vorbei.

Auf ganz bald
Eure Danni

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