Rezepte

Hundefutter selber machen und einkochen

Daniela22 comments33194 views

Hundefutter selber machen und dann sogar noch haltbar machen – das ist unser Thema heute.
Werbung (da die WECK-Gläser im Bild sind, sorry die DSGVO)

Einkochen ist wohl jedem noch bekannt, oder?
Unser Keller war früher das Jahr hindurch gefüllt mit den leckersten Früchten und Marmeladen die der zurückliegende Sommer beschert hatte.
Als ich noch ganz klein war, haben wir auch immer Schmalz und Wurst vom Nachbarbauernhof eingemacht. Früher war es DAS Mittel der Wahl, um Lebensmittel über einen längeren Zeitraum aufzubewahren und sie genießen zu können, auch wenn gerade keine Saison war.

Durch die Globalisierung ist dieses alte Kulturgut heutzutage leider etwas ins Hintertreffen geraten und wird oft nur noch zum Leben erweckt, wenn es gerade mal wieder “in” ist, sich auf das Ursprüngliche zu besinnen. Meine Mama, macht mir tatsächlich oft selbstgemachten Gelee und als ich dann kürzlich noch ein Seminar im Internet sah “Hundefutter selber einkochen” war klar, das müssen wir zusammen ausprobieren.

Warum sollte man sich Hundefutter selber machen?

Meine beiden ersten Setter York und Flynn hatten eine ganze Menge Futterunverträglichkeiten. Damals wurde hier gebarft (also roh ernährt). Ganze 10 Jahre lang habe ich das gemacht und es ist für mich auch immer noch die gesündeste Art seinen Hund zu ernähren (obwohl wir hier mittlerweile zu ABAM und kaltgepresstem TroFu übergegangen sind).
Vor allem wenn Krankheiten, Allergien, altersbedingte Wehwehchen und andere Aspekte vorliegen die es nötig machen, die Nahrung für seinen Hund anzupassen –  kann selbstgekochtes Hundefutter eine Stütze für den Hundeorganismus sein, da ich hier alle Bestandteile selber in der Hand habe und weiß, was alles verwendet wurde.

Barfen für meine Allergiker war vor allen Dingen immer eine Riesenherausforderung im Urlaub, denn damals hatte man noch nicht die Auswahl wie heute, wenn es um Barfalternativen ging.
Im Überblick gibt es also reichlich Gründe sich für seinen Wauz vor den Herd zu stellen.

  • für Hundesenioren: gekochtes Futter ist leicht bekömmlich und leicht verdaulich. Im Gegensatz zur Rohfütterung muss man hier nicht mit Keimen rechnen, die gerade im Sommer manchmal in Barffleisch lauern können. Als Flynn krank wurde, hatte ich hier zwei Mal den Fall und seitdem entschied ich mich bei ihm komplett dafür zu Kochen, denn bei erkrankten Hunden gilt es so etwas unter allen Umständen zu verhindern.
    Zudem bringt das Alter bestimmte Zipperlein mit sich und diesen kann man sehr gut mit den geeigneten Lebensmitteln und Zusätzen im Futter entgegenwirken.
  • für Allergiker: mit der wichtigste Grund ist wohl, dass selbstgemachtes Futter keinerlei chemische Zusatzstoffe enthält und Du genau weißt, was enthalten ist. Es gibt kaum ein Hundefutter auf dem Markt, das diesen Anspruch erfüllt und wenn dann widerspricht einem eventuell die Unternehmensphilosophie oder das Futter ist schlichtweg zu teuer.

  • für kranke Hunde: mit Hilfe von Lebensmitteln lassen sich viele Vorgänge im Körper unterstützen, beschleunigen, vorbeugen oder auch verlangsamen.
    Ob leberunterstützend, antibakteriell wirkend, entgiftend, entwässernd – es gibt für ALLES das richtige Lebensmittel. Flynn hatte eine Leberdiät und York hatte im Alter ebenfalls einen speziellen Speiseplan.Die 30,- Euro tun eventuell nicht groß weh. Es lohnt sich, definitiv!

Mit dem Artikel heute richte ich mich gezielt an drei ganz andere Gruppen, denn hier ist das haltbare Hundefutter, definitiv einen kleinen Einsatz hinterm Herd wert.

Selbstgemachtes Hundefutter…

  • für Barfer: man hat eine Reserve, falls die Fleischlieferung zu spät kommt, wenn man mal vergessen hat aufzutauen, oder die Gefriertruhe an ihre Kapazitäten kommt.
    Dann sind so ein paar Reservedosen Gold wert.
    Oder auch wenn der Hund von Jemand Fremden übers Wochenende betreut wird und dieser keine Ahnung von Futterrationen hat oder nicht mit rohem Fleisch hantieren möchte.
  • als Mitbringsel: Ich finde das ist eine ganz bezaubernde Geschenk-Idee ♥ , ich habe immer ein paar Dosen als Wertschätzung auf Vorrat.
  • für den Kurzurlaub: Eine wahre Erleichterung sich nicht ständig mit Frischfleisch versorgen zu müssen! Gerade für den Campingurlaub ohne Kühlschrank ein Traum.

Drei Rezepte für selbstgemachtes Hundefutter

Ein toller Mix mit vielen Bestandteilen die unterstützend wirken, sind in unserem ersten Topf.
Der Fenchel zum Beispiel ist mein absoluter Geheimtip, da er den Magen beruhigt, bei Blähungen hilft und einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C aufweist. Leider wird er nicht von jedem Hund gerne genommen, was aber durch das Abkochen meist kein Problem mehr ist, denn dadurch ist der Geruch nicht mehr so prägnant.

Ich habe bei zwei Rezepten Weckgläser zum Einmachen benutzt, es klappt aber auch mit vielen gängigen Verschlußdosen aus Glas, wie zum Beispiel Gurkengläsern oder Würstchengläsern.

Die Gemüsezutaten werden klein geschnitten und dann gemeinsam in einen Topf gegeben, der mit 750 ml Wasser aufgefüllt wird. Bei mittlerer Hitze werden die Zutaten dann für ca. 25 min. im geschlossenen Kochtopf gegart.

…und anschließend püriert.
NUR DIE ZUTATEN!
Sonst gibt das eine riesige Matschepampe.
Wasser wird optional hinzugegeben bis eine geschmeidige, kartoffelbreiähnliche Masse erreicht ist.

Die Masse wird dann in das Einmachglas gefüllt und luftdicht verschlossen. Der Gummi sollte passend sein und auch die Ränder sollten absolut trocken sein beim Fixieren mit dem Clip.

Den Topf mindestens bis zur Hälfte mit Wasser füllen und das Wasser zum Kochen bringen. Den Deckel schließen und für mindestens 20 min. einkochen.

Mit Rezept zwei holt man sich einen Gaumenschmaus in den Vorratsschrank, denn Fisch wird meist sehr gerne gefressen. Lachs und Kartoffel sind auch für viele Allergiker geeignet.

Ich habe TK-Lachs gewählt, aber es funktioniert auch erstklassig mit einer abgepackten Barfportion, das habe ich ebenfalls schon ausprobiert, ist dann auch etwas günstiger für die Haushaltskasse.

Diesmal habe ich Schraubverschlüsse gewählt, die eignen sich auch besser wenn man das Hundefutter verschenken möchte.

Wie gehabt: alles außer den Walnüssen und dem Öl in einen Topf geben und mit 700 ml Wasser auffüllen.
Alles aufkochen und für 20 min. bei mittlerer Hitze garen.

Vor dem Pürieren der Zutaten werden die Walnüsse und das Lachsöl hinzugegeben. Auch habe ich noch die Schale eines Eies als Calciumquelle ergänzt.
Beim Mitbringsel nicht wichtig, aber für die Wochenendurlauber, gebe ich es mal so an, wie ich es gelernt habe.

Bei der Methode ohne “echtes” Einmachglas ist es wichtig, dass der Verschluß knackt beim Öffnen. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, wechselt zu gängigen Einmachgläsern.
Die kosten tatsächlich nur 1,99 Euro.

Unser drittes Rezept enthält Innereien. Beim Barfen stehen diese unbedingt, aber nicht in allzu großen Mengen auf dem Speiseplan. Ihre Zubereitung stellte für mich früher immer die größte Überwindung dar.
Meist trifft man mit der Geschmacksrichtung auch hier voll ins Schwarze beim Hund, denn auch Innereien werden gerne gegessen.
Als Richtwert kann man von einmal pro Woche ausgehen. Für kleine Hunde sollten hier entsprechend kleine Einweckgläser genommen werden, um einer Überversorgung mit Vitamin A vorzubeugen.

Auch hier ist man mit TK-Ware sehr günstig dabei. Die Leber hatte ich frisch gekauft (0,78 Euro) und die Herzen gibt es im Tiefkühlfach nahezu jeden Supermarktes (in unserem Fall 1,49 Euro).

Selber kochen bzw. barfen ist tatsächlich meist günstiger als ein qualitativ hochwertiges Trockenfutter, möchte ich hier nebenbei noch erwähnen, falls jemand überlegt umzusteigen.

Bis auf die Rote Beete Rübe wird wieder alles in einen Topf gegeben und bei mittlerer Hitze für 20 min. mit 500 ml Wasser gegart.

Je nachdem wie groß die Süßkartoffel ist, muss ein wenig Wasser beim Pürieren zugegeben werden.

Hundefutter selbermachen

Die Rote Beete habe ich dann erst zum Schluß noch mitpüriert, damit das Futter nicht allzu rot wird.

Selbstgemachtes Hundefutter

Jetzt fehlt nur noch eines um den herkömmlichen Fertigprodukten den Rang abzulaufen, das Etikett…
Wer sich schon die ganze Zeit denkt

Wow was für süße Grafiken

…den freut es vielleicht zu hören, dass die von meiner Blogkollegin Mara gezeichnet wurden und sie diese und noch viele weitere (Hundetraining, Pflege, Hundesport, etc.) auf ihrem
Kreativ-Hundeblog Aram und Abra frei zum Download zur Verfügung stellt.
Wer sich also gerne etwas selbst gestalten möchte, schaut mal bei ihr vorbei…sie malt ganz bezaubernd und ich bedanke mich recht herzlich für die tollen Kleinode an künstlerischem Geschick.

Für die Faulen unter Euch 😉 , habe ich drei passende Etiketten gestaltet, die ihr Euch einfach ausdrucken könnt.

Hundefutter selbermachen

Download:
Fleisch-Gemüse-Mix
Lachs-Kartoffel-Mix
Innereien-Topf

Zum Abschluß möchte ich dir noch drei Empfehlungen zum Thema Hundefutter-Blogger an die Hand geben, denn es ist ja leider ein Thema das sehr polarisiert.

Sehr vernünftig und fachlich versiert, geht Anke Jobi auf ihrem Hundeernährungs-Blog CleenFeeding mit dem Thema um und ich verlinke mal zu einem meiner Lieblingsartikel von ihr: Wir sollten endlich aufhören Gott zu spielen, wenn es um Hundefutter geht.
Ein gesunder Hundeorganismus wird auch noch von vielen anderen Faktoren beeinflusst, Anke betrachtet ganzheitlich und das finde ich ganz wichtig bei der Entscheidung.
Außerdem findet ihr viele weitere Rezepte bei ihr und auch viele Ansätze die sie als zertifizierte Hundeernährungsberaterin verfolgt.

Sehr straight ist Rebecca von LesWauz wenn es um Hundefutter geht, denn sie schaut sich sehr genau an, was alles in den gängigen Hundefuttern enthalten ist und gibt das an ihre Leser leicht verdaulich weiter.
Auch wenn ich nicht immer d´accord gehe mit ihrer Meinung, ist LesWauz für mich ein Hundeernährungs-Blog, den man einfach kennen muss! In den industriell hergestellten Hundefuttern, sind nämlich leider auch im Jahre 2017 gruselige Sachen enthalten und ich konnte hier schon viele Aspekte neu bewerten durch ihre Ausführungen.

Gerne würde ich auch einen Blog aus dem Barfsegment empfehlen, auch wenn es für viele vielleicht ein wenig Überwindung kostet, mit dem rohen Fleisch zu hantieren.
Auf dem bekannten Barf-Blog Mashanga Burhani erfährt man wirklich ALLES Nötige was es zu dem Thema gibt und Nadine ist zudem noch Autorin, Dozentin und Kolumnisten. Dort ist man also sehr gut aufgehoben, mit sämtlichen Fragen zur Rohfütterung.

Ich persönlich arbeite schon seit Jahren mit den Erkenntnissen von Susanne Reinerth und ihrem Buch “Natural Dog Food” und daraus sind auch meine obigen Ausführungen zu dem Thema.

Bei der Rohfütterung und auch beim selber kochen ist es nötig, Nahrungsergänzungen zuzufüttern, deswegen eignet sich unser selbstgemachtes Hundefutter NICHT für einen längeren Zeitraum, ohne dass wichtige Nährstoffe auf der Strecke bleiben. Gerade durch den Garvorgang gehen viele wichtige Stoffe und Vitamine verloren.

Hundefutter selber machen

Wer das beherzigt, hat mit den drei Rezepten zum “Hundefutter selber machen” eine erstklassige Ergänzung im Vorratsschrank stehen, mit denen ich ganz viel Spaß wünsche. Sowohl beim Ausprobieren, als auch beim Anbieten.
Hier war die Freude riesig!

Hundefutter selber machen

Jedes Rezept ergibt zwei riesen große Einmachgläser an Hundefutter. Ein Pott reicht für einen Hund mit ca. 30 kg für ca. 3 Mahlzeiten, wenn man wie wir zweimal täglich füttert, also für 1,5 Tage.
Für kleinere Hunde ist die Futterration entsprechend anzupassen.
Nach dem Öffnen ist das Hundefutter noch für 2 Tage im Kühlschrank gut haltbar.

Noch ein Tip, der zwar logisch ist, aber ich möchte es noch erwähnen, falls Du vorher noch nie eingeweckt hast: Falls das Glas beim Öffnen nicht klickt, bzw. es sich nicht festgesaugt hat, bei den Weck-Druckgläsern….Finger weg und ein anderes Glas verwenden!
Der Inhalt ist mit Sicherheit nicht mehr genießbar!

Korrekt versiegelte Gläser kannst du ins Regal in die Speisekammer stellen oder an einen anderen kühlen, dunklen Ort. Beschrifte die Gläser noch mit dem Datum des Einweckens und freu dich über die Reserve, wenn du vergessen hast aufzutauen.
Sicherheitshalber würde ich sie nicht länger als ein halbes Jahr lagern, auch wenn ich sie persönlich länger aufbewahre.

Hundefutter selber machen

Über´s Teilen meiner Beiträge freue ich mich wie immer sehr…


Auf bald
Danni, Watson und Pflegegalga Mirtel