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Ist Superfood auch für Hunde super?

Daniela6 comments503 views

Superfood für Hunde

Superschön, superfit und supergesund soll es machen und super klingen tut es tatsächlich auch:
Goji, Chia, Quinoa, Matcha das kann ja nur super sein, oder?

Exotisches Superfood für deinen Hund

Ich bin da ein klein wenig zwiegespalten und wieso, das erzähle ich dir heute in diesem Artikel.

Meinen ersten erwähnenswerten Kontakt mit Superfood hatte ich in einer Serie.
Samantha, eine der vier Mädels aus „Sex and the City“, besucht in New York ein neu eröffnetes Restaurant in dem SuperFood serviert wird, um sich den eigentlichen Leckerbissen des IT-Schuppens zu angeln.
Im Duell mit ihrer Date-Rivalin, kommt es dann zu folgender Szene, bei der „Superfood“ seine erste tragende Rolle zu Teil wird.

Nach der Szene war ich somit erstmal bedient. Doch das war keineswegs der Ausschlag für meine kritische Haltung gegenüber verrückten (Gräser- und Algen-) Superfoods aus Übersee.
An und für sich sind Exotische Superfoods eine ganz tolle Sache, denn sie liefern natürlich viele wertvolle Vitamine, Mineralstoffe oder essenzielle Aminosäuren.
Es gibt jedoch wie bei allem ein paar ABER.
Das Online-Lexikon Wikipedia schreibt zum Beispiel dazu:

Superfood ist ein Marketingbegriff der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt.

Das mit dem Marketing ist nämlich wie so oft ein zweischneidiges Schwert.
Sobald Unternehmen, die eigentlich so gar nicht gesundheitsbewußt aufklären, Lebensmitteltrends nutzen um den Käufer zu veräppeln, bin ich bedient.
Wie traurig, wenn der Quinoa-Burger in einer Fast-Food-Kette über die vielen Rinder, Schweine und Hühner hinwegtäuscht und dem Unternehmen so ein „nachhaltiges Image mit Prädikat ernährungsphysiologisch wertvoll“ beschert. Geht für mich gar nicht!

Superfood – warum eigentlich nicht?

Essen sollte in erster Linie ausgewogen sein und ich schaue auch zusätzlich noch auf die Ökobilanz.
In Zeiten des menschgemachten Klimawandels versuche ich unsere persönliche Klimabilanz so niedrig wie möglich hier zu halten. Das bedeutet aber auch, den Kauf von regionalen Produkten zu unterstützen.

Wir kaufen also lieber regionale Alternativen ein.
Exotisches Superfood wie Goji-Beeren (haben ihr Hauptanbaugebiet in China), Moringa (findet man in den Tropen und Subtropen vor) und Chia (wird aus Südamerika hier her gekarrt) kommt von weit her. So richtig super finde ich das nicht wirklich muss ich sagen.

Superfood – kann das was im Napf?

…und ist das Zeug überhaupt gesund?

Ganz von der Pfote zu weisen sind da so ein paar Aspekte nicht.
Nehmen wir uns mal als Beispiel den Power-Samen Chia vor:
In Europa ist Chia erst seit 2009 als Zutat in Lebensmitteln zugelassen, vorher war es nur als Tiernahrungsbestandteil erlaubt. Als Füllmittel ist der Samen also schon länger bekannt im Trog und im Napf (schön, dass ein Trend aus der Futtermittelindustrie auch mal anders herum funktioniert und wir das Zeug jetzt in der Müslischüssel haben).
Laut Ernährungsexperten verspricht Chia freie Radikale zu binden und liefert essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Klingt erstmal interessant!

Was noch?

Durch Chia bzw. generell durch Superfoods, erhofft man sich im Humanbereich eine Unterstützung für das Immunsystem und dadurch einen Schutz vor schlimmen Krankheiten, da die angesprochenen Freien Radikale von Lebensmitteln mit den in Superfoods enthaltenen Antioxidantien gebunden werden.
Das könnte auch bei unseren geliebten Haustieren funktionieren, gerade auch im Hinblick auf körperliche Erkrankungen oder Streß ist Superfood für Hunde eine sehr gute Idee.
Jedoch gibt es keinerlei wissenschaftliche Studien dazu, dass exotische Superfoods unseren heimischen überlegen wären und ob sie tatsächlich solche Wunder vollbringen können.

Exotische Superfoods können den Speiseplan bereichern.

Ob sie ihn verbessern ist fraglich, den nicht selten kommt es zu Kreuzreaktionen und Allergien¹.

Deswegen gibt es von mir eine klare Alternativempfehlung zu den zusätzlichen Ballaststoffen für unsere geschwächte Umwelt.
Die nachfolgenden regionalen Superfoods für Hunde, enthalten ähnliche positive Bilanzen im Nährstoffbereich wie die Trend-Exoten und können aus EU-Ländern bezogen werden, bzw. bekommt man sie im Reformhaus, im Supermarkt oder auch direkt aus deutschen Gefilden und vor der Haustüre.

Superfood für Hunde

Regionale Superfood Alternativen ²

  • statt Chia – geschroteter Leinsamen
  • statt Acai-Beeren – Johannisbeeren
  • statt Granatapfel – Löwenzahn
  • statt gekauftem Ingwer – selber ziehen zu Hause
  • statt Quinoa – Buchweizen oder Hirse

Wir verwenden hier im Hundebloghaus auch viele kostenlose Superfoods wie Giersch, Brennessel, Himbeeren und alles was die Natur das Jahr über liefert.

Falls dich das Thema interessiert, sprich (d)einen Ernährungsberater für Hunde darauf an, denn Superfoods lassen sich bequem in den Speiseplan einbinden und auf die Bedürfnisse deines Hundes anpassen, wenn du das für Euch möchtest.

Unser heutiges Rezept lädt dich nun auch direkt zum Nachbacken ein.
Ich hab´unser Souvenir aus Südengland verwendet und den Löwenzahn aus dem Garten.

Hundekekse aus Superfood

  • 200 g Kefir
  • 125 g Forelle
  • 4 Blätter Löwenzahn
  • 300g Mehl
  • 30 g gemahlene Chia- oder geschrotete Leinsamen

Zutaten aus Superfood für Hundekekse

  1. Hacke den Löwenzahn möglichst fein und gib ihn zusammen mit dem Chiasamen, dem zerkleinerten Hering und dem Kefir in eine Schüssel.

Rezept für Hundekekse

2. Nun kannst du alles mit dem Rührgerät gut zu einer homogenen Masse vermengen und nach und nach das Mehl hinzugeben.

Der Teig sollte zum Ausrollen nicht mehr klebrig sein. Gib also je nach Konsistenz noch Mehl dazu.

Teig aus Chiasamen und Mehl

3. Nun kannst du mit einem passenden Förmchen die späteren Super-Kekse aus dem Teig stechen und auf dein mit Backpapier belegtes Backblech legen.

Superfood für Hunde

4. Bei 180° Grad geht es jetzt für ca. 20 min. ab in den Ofen

Guten Appetit!

Superfood für Hunde

Superfood für Hunde

Wir wünschen dir einen supertollen Tag und würden uns freuen, wenn du uns von deinen Erfahrungen mit Superfood erzählst.
Landen sie vielleicht schon regelmäßig bei deinem Hund im Napf?

Liebe Grüße
Watson ♥ Danni


¹ Smollich M, Podlogar J. Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Lebensmitteln. Wissenschaftliche   Verlagsgesellschaft Stuttgart. 1. Auflage, 2016
² Lauri Boone, Das große Buch der Superfoods, 2013

6 Comments

  1. Da hast du tolle Alternativen rausgesucht. Wir teilen ja das Faible für Wildkräuter direkt vor der Haustür. 😀
    Einen Vorzug hat Chia allerdings gegenüber Leinsamen, weshalb ich es in einer bestimmten Zeit nicht missen wollte: Chia hilft, wie ein Bodybuilder Proteinshake für Hunde, beim Muskelaufbau. Enki hatte viel zu wenig Muskelmasse als er kam. Und so hat er im ersten Jahr immer wieder einen Teelöffel gequollene Chiasamen ins Futter bekommen. Das hat sehr beim Muskelaufbau geholfen.
    Mir hat übrigens „Thomas Crown“ mit Rene Russo jegliche Form von Grassäften verdorben. Wiederlich, was sie da so zum Frühstück trinkt. 😅
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna

    1. *lach*,stimmt Rene Russo hat das Zeux für Hollywood gepusht!
      Ja, wir hatten es ja mal von den Proteinen, da ist Chia wirklich top.
      Klasse, dass Enki damit etwas an Muskeln zulegen konnte. Für spezielle „Diäten“ glaube ich tatsächlich schon an die unbewiesene Kraft von Superfoods. Für Flynn hatte ich auch des öfteren Papaya auf dem Speiseplan, da diese stark entgiften.
      Manchmal ist die Hoffnung einfach größer als alles andere, bzw. bei Euch scheinen die Powersamen ja wirklich was gebracht zu haben.
      LG von uns

  2. Kuckuck 😃 ich selbst esse ab und zu alles was du erwähnt hast, aber aus Wissensmangel noch nicht bei Unseren Hunden. Muss mich da mal einlesen. Da ich selbst manchmal Kuchen backen möchte, und ich dann fesstelle, dass ich vergessen hab Eier zu besorgen (lach), sind die Chia Samen meine letzte Rettung. 😂

    1. Da lebst du schon mitten in der Natur und hast die Hunde noch nicht zum Kräuterpflücken erzogen ;-).
      Wir machen manchmal auch was mit Himbeerblättern bzw. fällt mir da doch gerade DER Superfood-Beitrag schlechthin ein:
      Gundermann-Chips, das krasseste was die Natur zu bieten hat, oder?
      Den Trick mit den Chia-Samen im Zuge der auch bei mir vorherrschenden Altersdemenz merk ich mir aber mal.
      LG von uns

  3. Hey Danni,

    wieder einmal ein ganz toller, informativer Artikel von dir!

    Was ich an diesem Hype um möglichst exotisches Essen (für Mensch und Hund) bedenklich finde, ist dessen Auswirkung auf die Umwelt. Wieso zum Geier muss man Gojibeeren und Chiasamen aus Ländern wie Bolivien oder Argentinien einfliegen lassen, wenn es heimische Alternativen mit vergleichbarem Nährwert gibt? Deshalb freut es mich, dass du eine Tabelle mit lokalen Superfoods aufgeführt hast.

    Abras „Superfoods“ im Hundenapf sind Lachsöl, wegen der Omega 3-Fettsäuren, und Bierhefe. Wegen all dem Tollen, was da so drinsteckt.

    Ganz liebe Grüße,
    Mara und Abra

    P.S.: Deine Monatsübersicht der Jahrestage ist immer wieder ein Highlight! Ganz besonders gespannt bin ich ja auf den „Willkommen-Mirtel-Tag“.

    1. Hallo ihr Zwei,
      schön dass ihr auch so schlimme Ökos seid. Lachsöl gibt es hier auch und für Flynn habe ich mich tatsächlich mit Papayas „strafbar“ fürs Ökokonto gemacht, aber ansonsten finde ich diese Leichtfertigkeit mit Trends auch sehr bedenklich.
      Freu mich, dass du meine Übersicht so magst, hatte mir auch mal vorgenommen jeden Tag als Bild mit Watson nachzustellen, aber das klappt irgendwie meist nur bei 10%.
      Ich hoffe der Mirtel-Abholtag legt bei mir wieder den Grundstein für ein „nach vorne“, lange ging es mir nicht so gut und ich bin schon wirklich sehr, sehr aufgeregt und mein Herz tanzt wenn ich an den 01. Juli denke.
      Klasse, dass du vorbei geschaut hast.
      GLG Danni mit Watson (der auch Abra herzlich grüßt)

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