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Achtsamkeit im Hundetraining – kennst du Trick 17?

Daniela9 comments3845 views

Achtsamkeit im Hundetraining mit Trick 17…
Das neue Jahr hat begonnen und alles ist noch so frisch, so neu, so positiv…und genau dieser Aspekt hat mich zum heutigen Artikel inspiriert.
Du kennst sicherlich diesen Teil aus Hermann Hesse´s philosophischem Gedicht “Stufen”…

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

So empfinde ich das immer zu Jahresbeginn.
Damit dieses Gefühl möglichst lange erhalten bleibt, habe ich heute eine kleine Idee für dich, die sowohl deinen Alltag bereichern kann, als auch im Hundetraining eingesetzt werden kann.
Achtsamkeit ist ja generell ein großes Thema für mich und das lässt sich auch prima mit dem Herzenshund leben. Die Idee zu diesem kleinen Mini-DIY (man muss ja nicht gleich so übermotiviert ins neue Jahr starten 😉 ) kam übrigens von einer lieben Bloggerkollegin und ich hoffe du probierst das Glas für Euch und Euer Training/Euren Alltag aus.

Achtsamkeit

Meine Ideegeberin Silke Schippmann ist eine wahre Powerfrau und betreibt gleich zwei Blogs.
Zum Einen ein Reiseportal für Hunde bzw. ihre Besitzer, auf dem es viele Informationen für die schönste Zeit des Jahres mit Hund gibt.
…und einen weiteren Blog zum Anderen: kostbar-zeit, auf dem es sich um den “Esoterik-Scheiß” 😉 Achtsamkeit dreht, wie bei mir des Öfteren… denn dauerhaftes inneres Glück entsteht nun mal erst wenn wir uns mit dem Inneren Reichtum beschäftigen und wie Silke und Isabel auf ihrem Blog unterstreichen:

Es gibt nichts von außen was zu innerem Glück führt

Da ich dieser These ebenfalls zustimme, aber sie im Alltag leider auch gerne mal vergesse, habe ich mir tatsächlich mal etwas vorgenommen zu Jahresbeginn und das möchte ich heute mit dir teilen.

Positiv ist immer gut…Achtsamkeit im Umgang mit dem Hund

Seit Flynn nicht mehr bei uns ist, musste ich meinen Tag neu strukturieren und für Watson hat sich auch so einiges geändert in unserem Zweierteam. Mein Fokus war durch Flynns Krebserkrankung und die vielen organisatorischen Einschränkungen und emotionalen Tiefschläge die seine Krankheit mit sich brachte, im letzten Jahr oftmals stark zu Gunsten meines Seniors verschoben.
Im Training mit meinem pubertierenden Rabauken bin ich deswegen weit hinter meinen persönlichen Vorstellungen, die ich eigentlich längst umgesetzt haben wollte.

Auch für die im Frühjahr stattfindende jagdliche Prüfung habe ich erst wenige Trainingseinheiten mit ihm absolviert, denn meine Trauer hinterlässt nun mal im Alltag ihre Spuren und gerade im Training möchte ich “in der Situation” sein, alles andere wäre unfair Watson gegenüber.
Nicht nur dass ein Hund so etwas ohnehin sofort “lesen” kann, auch ich bin nicht fokussiert und vor allem konzentriert und kann mich nicht adäquat auf Watsons Kommunikation einstellen.
Da ich auf keinen Fall das Risiko eingehen wollte, dass er durch meine Emotionen vielleicht Vertrautensverluste erfährt, habe ich geraume Zeit gewartet…auch Watson hat ca. 6 Wochen gebraucht um sich an die neue Struktur hier zu gewöhnen und langsam kann es weiter gehen mit uns.

Ich gebe unserem gemeinsamen Training mit der Idee des Trainingsglases eine komplett “positive Verstärkung” 😉 , allerdings auf die innere Wirkung bei mir und Watson bezogen…und ich hoffe sehr, Du probierst es auch!

Wie funktioniert das Trainingsglas der Achtsamkeit ?

Die Praxis von Trick 17:
Je nach Ziel, legst du immer etwas in das Glas wenn du merkst, dass Du in einer herausfordernden Situation fokussiert und geduldig geblieben bist. Jeder von uns hat mit etwas anderem seine Mühe wenn es ums Training mit dem Hund geht und genau darauf soll der Fokus liegen – und natürlich darin, das Beobachtete positiv zu bewerten.

Vielleicht fällt es dir schwer gelassen zu bleiben und nicht aus der Haut zu fahren wenn etwas nicht klappt oder vielleicht hast Du Probleme mit der Stimme oder möchtest Du zuviel auf einmal erreichen?
…die Liste ist sehr individuell und nur Du kannst sie für dich herausfinden.

Natürlich kann man nun sagen “ich trainiere erst gar nicht wenn ich merke ich bin heute nicht fokussiert”, aber DIE Situationen meine ich nicht.
Ich habe meist das Problem, dass ich zu hohe Erwartungshaltungen habe und mich dann im Selbstgespräch mit mir ärgere – auch DANACH noch und so schlechte Momente “mitschleppe”.

Was ist es bei dir bzw. bei Euch?

Achtsamkeit für Dich

Jedes Mal wird das Glas also mit einem Zettel bestückt wenn…

  • Du merkst Du kommst im Zuge des Trainings in eine Situation, (die über das nötige Maß hinaus) deine Konzentration fordert und die Du souveräner bzw. achtsamer gemeistert hast, als beim letzten Mal als Du damit konfrontiert wurdest.
  • Immer wenn Du dich über etwas freust, das dein Hund prima umgesetzt hat.
    Ob das ein Ausführen eines Kommandos trotz hoher Ablenkung ist oder die Gelassenheit deines Hundes beim Vorbeilaufen an Nachbar Lumpi´s Haustüre – DU entscheidest was dir wichtig ist und über was du dich freust.
  • Du feststellst, dass dein Alltag von irgendetwas in Eurem Mensch-Hund-Team bereichert wird, das dich oder deinen Hund glücklich macht

Das Problem ist meist das zu erkennen, was dich im Training oder im Alltag ganz besonders erfreut in der Interaktion mit deinem Hund…denn nicht nur Du bist ein Individuum, sondern auch jeder Hund ist unterschiedlich und auf einem anderen Ausbildungsstand oder verfügt über einen speziellen Erfahrungsschatz den es zu berücksichtigen gilt.

Finde heraus was für Euch beide eine Herausforderung oder Freude ist, beobachte dich und deinen Hund und schreibe ein besonders positives Erlebnis auf einen Zettel und wirf ihn in das Glas.
Am Ende des Trainingszieles, des Monats oder auch des Jahres nimmst du dir das Glas und liest dir noch einmal durch wie toll und positiv die zurückliegende Zeit verlaufen ist – und machst vielleicht eine bemerkenswerte Feststellung.

Achtsamkeit im Hundetraining
Geduld ist eine hohe Tugend, gerade im Training und in unserer schnell lebigen Zeit. Hundeerziehung ist kein Schnellzug der uns komfortabel ans gewünschte Ziel bringt, doch genau das wird oftmals erwartet. Der Hund soll sich aus allen möglichen Situationen abrufen lassen, entspannt auf seinem Platz liegen während der Postbote Sturm klingelt. Doch dass diese und andere möglichen Ziele nur in kleinen Schritten zu erreichen sind und nicht selten echte Arbeit darstellen, das wird oft übersehen.
Es muss nicht immer alles schnell gehen, man muss sich Zeit nehmen, genau hinschauen.
Das ist keine Selbstverständlichkeit im oftmals stressigen Alltag mit Hektik und Leistungsdruck.

Die Theorie von Trick 17:
Dadurch, dass man sich das Positive aufschreibt und so stärker merkt, ändert sich auch der Fokus den man beim nächsten Mal auf etwas hat. Du wirst merken, dass dein Augenmerk viel stärker auf den erfolgreichen, schönen Momenten liegt, einfach weil du im Hinterkopf hast, dass du dir bald wieder ein tolles Erlebnis aufschreibst.
Dadurch steigt nicht nur die Lebens- bzw. Trainingszufriedenheit, sondern diese kleinen Gesten wirken sich auch positiv auf das Mensch-Hund-Team aus.

Mein erster Zettel…

Watson hat kürzlich etwas von selbst angeboten und ich habe mich darüber wahnsinnig gefreut. Als ich von der Arbeit nach Hause kam, hat er einen Hausschuh apportiert und mir gebracht.

Achtsamkeit im Hundetraining

Er hat für sich etwas erkannt. Nämlich, dass dem nach Hause kommen ein Ritual meinerseits folgt und hat dies verinnerlicht. Seither machen wir das jeden Tag so und er bekommt in unregelmäßigen Abständen eine kleine Belohnung dafür. So haben wir durch Zufall ein sehr schönes Ritual für uns beide geschaffen – und ich muss nicht lange nach meinen Hausschuhen suchen, die liegen nämlich immer irgendwo im Flur rum 😉 .

Es gibt so viele kleine Dinge und Begebenheiten in unserem Leben, die unser Herz erfreuen, die Glücksmomente erzeugen. Nur haben wir oft verlernt, solche kleinen Dinge überhaupt wahrzunehmen.
Versuch doch mal danach zu spüren. Ich bin mir sicher, Du kannst viel daraus mitnehmen.

In diesem Sinne auf ganz bald


Danni & Watson