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Frühlingskur für den Hund mit Heilkräutern

Daniela5314 views
Frühlingskur mit Heilkräutern

Jetzt ist er (endlich) da – der Frühling. Während sich die einen frische Farben in die Wohnung holen und ihn durch Blumen willkommen heißen, wirkt er bei anderen wie von selbst und positiv in puncto Schaffenskraft und Motivation. Man denkt an Wachstum, Neuanfang und ist glücklich endlich wieder die Sonne zu sehen und die warmen Temperaturen nach den langen Wintermonaten zu genießen. Der Effekt der jedes Jahr vom Frühling ausgeht ist eng mit unserem Unterbewusstsein und chemischen Abläufen verbunden.

Was ist da los im Frühling?

Doch nicht nur psychologisch gesehen gehen Prozesse in uns vor, auch physiologisch. Trifft die Sonne auf unserer Haut schüttet der Körper vermehrt sogenannte Endorphine, also Glückshormone aus, es wird Vitamin D gebildet dass sich ebenfalls positiv auf unserer Stimmung auswirkt. Wir werden also ungewollt “auf Droge” gesetzt und das tut unserem Körper richtig gut! Diese Wohltat wollte ich meinen Hundejungs ebenfalls nicht versagen, weswegen wir jetzt vermehrt an den Waldrändern unsere Portion Sonne tanken. Dabei kam ich auf die Idee, Euch das hier vorzuschlagen:

Eine Frühlingskur für deinen Hund

Frühlingskur für den Hund mit kleingeschnittenen KräuternHeilpflanzen wirken nämlich ähnlich wie die Sonne: unsichtbar UND physiologisch als auch psychologisch angregend auf den Organismus. Ich mache die einwöchige Frühlingskur sehr gerne, da dadurch die Hunde weniger anfällig für Zecken sind und ein kräftiges Immunsysytem aufgebaut wird. Magen und Darm werden gereinigt und besonders wichtig für Flynn, die Kräuter wirken entgiftend. Ihr bekommt also nun mein spezifisches Wissen aus dem Studium präsentiert, denn für irgendwas muss es ja schließlich gut sein ;-)…Klugscheißermodus ON:

Für die Frischpflanzenkur sammelt ihr die grünen Kraftpakete auf euren täglichen Spaziergängen und mischt sie einmal täglich für eine Woche unters Futter. Nehmt ein paar Blätter, zerkleinert diese und vermischt sie bei schnäubischen Gourmets mit Brühe. Bei Settergröße knapp einen Esslöffel, bei kleineren Hunden ein (gehäuften) Teelöffel an gehackten Kräutern.

Im ersten Bild seht ihr ein Multitalent: Löwenzahn. Sammelt davon nur die frischen, jungen Blätter…

Frühlingskur mit den abgebildeteten Löwenzahnblättern

Er wirkt anregend auf die Verdauungsdrüsen, auf Leber und Galle sowie  blutreinigend. Die Wirkung geht bei Löwenzahn von den Bitterstoffen aus, die grob gesagt ein Stoffwechselanreger sind. Obwohl Löwenzahn einen sehr niedrigen Bitterwert hat, solltet ihr auf ihn verzichten falls euer Hund mit Übersäuerung zu kämpfen oder Magengeschwüre hat.

Als nächstes kommen wir zur Knoblauchrauke, von der ich großer Fan bin. Bestimmungsfehler sind kaum möglich, denn wenn ihr ein Blatt zerreibt riecht ihr einen intensiven Knoblauchduft. Sie enthält jedoch nicht das für Hunde toxische Allicin, das beim Knoblauch in zu großen Mengen giftig für Hunde ist. Im zeitigen Frühjahr ist der Knoblauchgeschmack bei dem Kreuzblütlergewächs am stärksten, während später im Jahr der Kressegeschmack dominiert. Auch hier wieder ein paar Blätter kleingeschnitten unters Futter…

Frühlingskur für Hunde mit der abgebildeten Knoblauchrauke

Sie wirkt antientzündlich, antibiotisch und schleimlösend. In der Volksmedizin wurde sie für Wurmerkrankungen eingesetzt und das bewirkt sie auch bei unseren Hunden. Sie reinigt stark von innen heraus. Im späteren Frühjahr blüht sie weiß…

Da meine nicht so auf Knoblauchduft stehen hab ich die geschnittenen Blätter mit Buttermilch vermischt…klappte prima, ratzeputz aufgeschleckert war der Drink!

Hundekur

Was darf bei einer echten Frühjahrskur nicht fehlen!? Genau. Die Brennessel. Ich ging bewaffnet mit dicken Arbeitshandschuhen auf die Jagd und wurde mit diesen frischen Exemplaren belohnt. Die Blätter solltet ihr in einem Topf dünsten…

Frühlingskur mit abgebildeten Brennesseln

Die Brennessel unterstützt den Organismus auf vielen Ebenen und wirkt sich auf viele Organe positiv aus. Sie reinigt von innen, regt den Stoffwechsel an und durchspült den ganzen Körper.

Als nächstes kommen wir zum Gundermann (sehr stranger Name für eine so schnuckelige Pflanze wie ich finde). Er kann mit der Roten Taubnessel (im Bild unten) verwechselt werden, deswegen habe ich euch beide zum Vergleich aufs Schneidebrett gelegt. Allerdings sind die Blätter des Gundermanns doch relativ klein im Vergleich. Die Pflanze ansich ebenfalls. Er enthält Bitterstoffe, ätherisches Öl und Vitamin C.

Gundermann für die Frühlingskur für Hunde

Er gilt als kleiner kräftiger “Entgifter”, der die Nieren positiv beeinflusst. Auch hier wieder ein paar Blättchen kleingeschnitten unters Futter…

Es gibt noch viel mehr Pflanzen die ihr im Frühjahr als Kur für euren Hund einsetzen könnt, aber ich habe mich hier auf die bekannten beschränkt. Ist ja nur ein kleiner Ausflug in die Phytotherapie.

Aber falls ihr auf den Geschmack gekommen seid: Giersch, Wiesenschaumkraut, Vogelmiere und frühe Birkenblätter sind auch prima für eine Frühlingskur.

Nun noch einige Tips…

  • sammelt nur das, bei dem ihr Euch zu 100% sicher seid
  • alle hier vorgestellten Kräuter findet ihr gut am Waldrand bzw. Feldrand
  • benutzt keine Plastiktüte, da die Pflanzen hier leicht das Schwitzen anfangen und die Heilwirkung flöten geht. Ein Korb oder eine Stofftasche sind optimal
  • nie alle Pflanzen auf einmal an einem Standort entnehmen, damit sich die Pflanzen wieder erholen können
  • keine Angst vor Parasiten! Euer Hund provitiert von der naturnahen Ernährung
  • probiert unbedingt auch selbst mal ein Rezept mit Heilkräutern…vielleicht ist das hier eine schöne Inspiration. Mein Rezepte-Lieblingsportal Küchengötter. Die Brennessel-Tarte sieht mega lecker aus!!!

Irische Setter beim Spielen

Die Jungs sind super verspielt gerade. Man merkt echt, dass wir den positiven Aspekten des Frühlings nicht entsagen können (auch wenn wir endlose Schneespaziergänge und kuschelige Knisterfeuerathmosphäre weiterhin abfeiern)…wir wünschen Euch viel Sonne und viel positive Gefühle.

Probiert die Frühlingskur aus – denn Heilkräuter (man vergisst es leicht) waren der Ursprung der heutigen Tiermedizin…

Eure Danni & die Setterjungs

6 Comments

  1. Super Beitrag und so hilfreich! Wir werden sicherlich einige der Heilkräuter in naher Zukunft ausprobieren! Danke für deine tollen Tipps! Liebe Grüße von Carina und Nala

    1. Guten Morgen Carina, ach das freut mich ja jetzt, dass ihr den Post so klasse fandet. Dann güß mir Nala mal, Hundemädels stehen die ebenfalls essbaren Gänseblümchen noch mal ganz anders im Haar;-)…GLG Danni & die Setterjungs

  2. Oh klasse! Das klingt super interessant. Ich werde gleich morgen früh mal die Augen auf unserem Spaziergang aufhalten.
    Bisher bekommt Timmy nur eine fertige Kräutermischung zum entspannen. Ich hätte echt nicht gedacht, dass Kräuter eine solche Wirkung haben können.

    Liebe Grüße von Victoria und Timmy

    1. Hallo Victoria, na da bin ich mal gespannt ob Timmy für die gesammelten Kräuter auch so zu begeistern ist. Dadurch, dass man eh mit dem Hund draußen ist, hat man noch nicht mal “Mehraufwand” für die Frühlingskur. Toll, dass ihr bisher auch schon die Kräfte aus Mutter Natur zum Relaxen nutzt. Ist einfach ne prima Sache.
      Grüß mir Timmy und viel Spaß beim Sammeln.
      Herzliche Grüße
      Danni

  3. Toller Bericht! Alle vorgestellten Pflanzen, wachsen zuhauf in unserem Garten. Da kann ich also aus dem vollen schöpfen. Giersch geht auch? Der wächst nämlich gerade schneller als man gucken kann.
    Viele Grüße
    Carolin

    1. Lieben Dank Carolin für deine wohltuenden Worte…ja, Giersch ist sogar ganz großartig! Die jungen (noch gefalteten) Blätter schmecken superlecker nach Möhren und Petersilie. Vom Gehalt her bekommt dein Hund (oder Du) viel Eisen, VitaminC und Kalium…Hach, da freu ich mich jetzt, dass Du ne sinnvolle Verwendung für euer “Gartenunkraut” gefunden hast 😉 !!
      Ganz liebe Grüße
      Danni

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